Lebenslauf

Der Bass-Bariton Konstantin Wolff studierte von 2000-2007 bei Prof. Donald Litaker in Karlsruhe und entwickelte dort einen Interpretationsstil, der sich durch ein besonderes Verhältnis zum Text auszeichnet.

Noch während seines Studiums begann Konstantin eine internationale Konzert- und Operntätigkeit und wurde dabei von Dirigenten geprägt, die sich ebenfalls sehr stark dem Wort und einer kritischen und kreativen Auseinandersetzung mit der Aufführungspraxis verpflichtet fühlen. Dies war zunächst William Christie (Les Arts Florissants), mit dem Konstantin 2005 sein Operndebüt in Lyon gab, mehrere Konzertreisen unternahm und außerdem Händels Orlando am Opernhaus Zürich sang.

Unter der Leitung von René Jacobs war Konstantin sowohl auf Opernbühnen in Brüssel, Wien, Aix-en-Provence und Amsterdam zu hören, als auch in Konzert- und CD-Produktionen, u.a. mit Mozarts Zauberflöte und Bachs Matthäuspassion.

Mit dem Dirigenten Teodor Currentzis verbindet ihn die Zusammenarbeit in Mozarts Cosi fan tutte (Don Alfonso). Nach der Bühnenproduktion am Festspielhaus Baden-Baden 2011 folgten die CD-Einspielung für Sony sowie konzertante Aufführungen, zuletzt in Bremen, Wien, Luzern und Sankt Petersburg.

Konstantin war in zahlreichen Opernproduktionen zu hören, überwiegend mit Werken von Händel und Mozart. So sang er Händels Orlando in Zürich (unter William Christie), Brüssel und Amsterdam (René Jacobs), Rodelinda am Theater an der Wien (Nikolaus Harnoncourt) sowie Giulio Cesare bei den Händelfestspielen Göttingen (Nicholas McGegan). Nach seiner ersten Mozartpartie in Aix-en-Provence (Zauberflöte, Sprecher) unter René Jacobs sang er Cosi fan tutte (Don Alfonso) unter Teodor Currentzis und Don Giovanni (Masetto, konzertant) unter Yannick Nezet-Séguin am Festspielhaus Baden-Baden. 2012 debütierte er am Opernhaus Montpellier mit der Titelpartie in Le nozze di Figaro und als Conte Almaviva an der Volksoper Wien. Außerdem interpretierte er den Figaro konzertant unter René Jacobs in Paris, Lyon, Köln, Freiburg und Barcelona.

Darüber hinaus war Konstantin mit Opernproduktionen von Monteverdi (Orfeo, Plutone), Telemann, Rossini (Tancredi), Verdi (La Traviata, Marquis d’Obigny), Britten (Midsummernight’s dream) und zwei Uraufführungen zu Gast in Lille, Strasburg, Lyon, Luxemburg, Brüssel, Amsterdam, Zürich, an der Staatsoper Berlin, dem Festspielhaus Baden-Baden und am Theater an der Wien.

2019 hat sich Konstantin von der Opernbühne verabschiedet und widmet sich konzertanten Formen. Schwerpunkt seines Repertoires sind die Werke von Bach, Händel und Haydn. Darüber hinaus sang und singt er Beethovens 9.Symphonie, Mendelssohns Paulus und Elias, die Requien von Brahms, Dvorak, Fauré und Hindemith, Schumanns Faustszenen sowie Golgotha von Frank Martin, Mahlers Wunderhornlieder und Die sieben letzten Dinge von Louis Spohr.

Konstantin sang unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt, Ton Koopman, Leonardo Garcia-Allarcon, Jordi Savall, Helmuth Rilling, Marc Minkowski, Riccardo Chailly, Sir Simon Rattle, Claudio Abbado, Sir John Elliot Gardiner, Ivan Fischer, Marek Janowski und Yannick Nezet-Séguin.

Die künstlerische Tätigkeit des Bass-Baritons spiegelt sich in einer sehr farbigen Diskographie, in der besonders Mozarts Zauberflöte (Sprecher) unter René Jacobs, Bachs Weihnachtsoratorium unter Riccardo Chailly und Mozarts Cosi fan tutte mit Teodor Currentzis herausragen.

Konstantin war mit Liederabenden in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Österreich zu hören, unter anderem bei der Schubertiade Schwarzenberg. Sein Victor Hugo-Album erschien 2008 bei Harmonia Mundi France und wurde von der Kritik sehr begeistert aufgenommen.

In den letzten Jahren entwickelte Konstantin immer wieder sehr persönliche Liedprogramme, in denen er mit der Verschränkung von Text, Musik und Improvisation experimentiert. So zum Beispiel in den Programmen „Von Krieg und Frieden“ (2017), „Mythenherz“ (2019, zu den vier männlichen Archetypen von C.G. Jung) sowie aktuell „In der Dämm’rung Hülle“ mit deutschen und englischen Volksliedern.