Recital Basel, 7.2.2012
”žWolff nimmt durch seine volle, angenehm vibrierende, schön timbrierte und in jeder Lage mühelos klingende Stimme für sich ein. Doch das allein macht nicht des Sängers Glück. Wolff hat zudem ein Gespür für die semantischen Nuancen der Wörter, die er in fiktiven Rollenspielen detailgenau aussingt, sei es etwa als Vater/Sohn/Erlkönig oder als Prometheus, wo er als singender Rhapsode zum Aufbegehrenden wie zum Kind wird. Die unangestrengte Wandlungsfähigkeit seiner Stimme präzisiert die Stimmungen wie deren Wechsel, und dabei aktiviert er die gesamte Skala der Affekte: Liebesleidenschaft in Liszt drei Petrarca-Sonetten, dann ”žleise und mild(e)“ Sentimentalität, Trauer, Abgeklärtheit, ”žTrost im Unglück“, aber auch Leichtigkeit im ”žRheinlegendchen“ oder das ”žLob des hohen Verstands“ in Mahlers Wunderhorn-Liedern. Es war bewundernswert zu hören, mit welcher Selbstverständlichkeit Wolff in die verschiedenen Rollen schlüpft und dabei in jedem Takt die emotionale und mentale Balance wahrt. Und das Ganze in wohltuend natürlicher Körpersprache”¦“

Nikolaus Cybinski, Basellandschaftliche Zeitung, 9.2.2012