Recital Basel, 7.2.2012
”žMit Konstantin Wolff stand zwar ein noch junger Bass-bariton auf der Bühne, der zwar in der Oper Karriere macht, aber sehr wohl Schauspielerei und Liedgesang auseinander halten kann. Bolzengerade und ohne körperliches Agieren stand er auf der Bühne und legt mit fünf Goethe-Vertonungen von Schubert die Messlatte denkbar hoch. Zu bewundern war nicht nur eine vorzügliche Diktion und Intonation, sondern auch die Schönheit seiner gut sitzenden, in der tiefe verankerten Stimme, zu der reichlich Schwärze beigemischt ist.
Im Nachklang des Liszt-Jahres hörte man gerne Franz Liszts Lieder, eigentlich Klavierstücke mit hinzugefügter Singstimme. Wolffs Klavierpartner Alexander Schmalcz hatte mit den vielen Arpeggien und Kantilenen des Klaviersatzes alle Hände voll zu tun, aber keine nennenswerte Mühe, und erwies sich als unerschütterlicher Fels in der Brandung.
Mit Mahlers Wunderhorn-Liedern im Schlussteil des Programms öffnete der deutsche Bassbariton ein weiteres Fenster seiner Liedsängerkunst und wandte sich der kunstvoll gestalteten Ironie zu. Seine Erzählung von den Fischen, die der Predigt des Antonius teilnahmslos lauschen, war ebenso köstlich wie der Dialog zweier Liebenden in Trost im Unglück rührend. Mit zwei Schubert-Zugaben, zuletzt dem hoch dramatisch in den Raum geschmetterten und todesfahl endenden ”žErlkönig“, bedankten sich die beiden Künstler für den starken Applaus.“

Sigfried Schibli, Basler Zeitung, 9.2.2012